...auf Gedankenspaziergang.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Survivor.

Ich könnte Euch jetzt einen ewig langen Beitrag schreiben über das Leben. Wie es manchmal komische Wege nimmt. Oder dass man manchmal den Eindruck hat, man hat, als der liebe Gott Steine auf Lebenswegen verteilt hat, einmal zu oft "hier" geschrien.

38 Tage.
Genug Zeit, um sich zu überlegen, was für ein Mensch man eigentlich ist. Bin ich der Typ, der resigniert, die Decke über den Kopf zieht, weint und für immer pessimistisch bleibt? Ausprobiert. Als nicht lebenswert befunden.
Vielleicht bin ich jemand, der so gut im Verdrängen ist, dass er das, was passiert ist, abhakt und nie wieder einen neuen Versuch startet, um das Gleiche noch mal zu einem positiven Ausgang zu bringen? Lange überlegt. Festgestellt, dass ich mich darin nicht wiederfinde.

Und so stelle ich mit einigem Erstaunen fest: ich bin manchmal ganz schön stark. Und das sage ich ganz ohne Arroganz.
Ich stehe immer wieder auf, auch wenn ich mehrmals hinfalle. Ich packe das, was war, gedanklich in ein kleines Päckchen und trage es von nun an mit mir herum, aber es wird mir keine Last sein, sondern eher so etwas wie ein kleines Andenken, dass man ab und zu zufällig in einer Schublade wiederentdeckt und das wehmütige Gefühle auslöst. Ich kann wieder nach vorne blicken, und ganz laut meinen Willen und meine Wünsche in den Wind schreien, egal wie stark er mir ins Gesicht weht. Und ich kann auch wieder lachen, dann und wann.

Mit anderen Worten: hier bin ich wieder.

Samstag, 26. April 2008

Schokoladig und gefüllt

Eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen ist, wie ich immer auf dem Balkon meiner Oma einen Mohrenkopf essen durfte. Ich durfte mir immer beim Bäcker den Schönsten aussuchen, was meine Oma sicher oft bereute, denn das konnte schon mal recht lange dauern - und manchmal war schon einer auf der Bäckerpappe, wenn ich brüllte: "Näää, doch lieber den anderen!" Gesagt hat sie nie was, nur geschmunzelt, wenn ich ganz stolz das Gebäck auf einen ihrer Goldrand-Teller wuchtete. Für mich war das immer etwas besonderes, bei meinen Eltern gab es nie gekauften Kuchen, und überhaupt war meine Oma die liebste Mohrenkopf-Oma auf der ganzen Welt.
Es muss fast 20 Jahre her sein, dass ich den letzten Mohrenkopf gegessen habe. Mir kommt es auch so vor, als wären die bei vielen Bäckereien nicht mehr im Programm. Sind wohl nicht mehr so "in".

Nun waren wir gestern zufällig in einer leicht spießig angehauchten Vorstadt-Konditorei. Genau die Sorte, die meine Oma immer "Witwencafé" nannte, aufgrund der Nähe zum Friedhof und der hohen Anzahl von alten Damen an den Häckeldeckchen-verzierten Café-Tischen.
Und was gab es da: Mohrenköpfe. Die trotz aller Political-Correctness tatsächlich auch immer noch so hießen, wer hätte das gedacht. Und irgendwie perfekt ins Sortiment passten, denn wenn dort nicht die Zeit seit den frühen 80ern stehen geblieben war, wo dann?

Ich hätte sie aber nicht kaufen sollen - manchmal sind Kindheitserinnerung wohl durch Geschmacksverirrungen getrübt. Waren die immer schon so widerlich süß und klebrig? Und so schwierig zu essen? Meine Oma hätte sicher wieder geschmunzelt über mich. Vielleicht tut sie's ja, von wo auch immer sie jetzt zuschaut.

Freitag, 29. Februar 2008

Jetzt fühle ich mich wirklich alt.

Hach, da werden Erinnerungen wach. Da braut sich also tatsächlich was zusammen? Das hätte ich ja für mehr als unwahrscheinlich gehalten.
Nein, für mich ist das inzwischen wirklich nichts mehr, da hat sich mein Musikgeschmack nun wahrlich in andere Richtungen entwickelt.
Aber mal für 5 Minuten grinsend in Erinnerungen schwelgen, an einen Tag im Mai 1991, als ich in einer neuen Jeans-Latzhose (ein Träger geschlossen, einer offen!) und ultracoolen Converse Chucks in die Dortmunder Westfalenhalle rannte, bereit, meine Stimme kreischend Joey McIntyre zu opfern. Im Schlepptau meine beste Freundin in ähnlichem Outfit. Und - unsere Mütter, denn wir waren ja angeblich noch viieeeel zu jung, auch wenn wir das natürlich anders sahen. Tja, jetzt ist es raus - mein allererstes Konzert war das einer Boygroup, und meine Mutter war dabei. Und ich trug eine Latzhose. Ich geh mich dann mal in ein Erdloch verbuddeln.
(Aber andererseits - hey, meine Mama hat sich tatsächlich eine Eintrittskarte dafür gekauft, nur, damit ich da hingehen konnte. Respekt, heute kann ich nachfühlen, was für ein Opfer das war!)

Sonntag, 27. Januar 2008

Geschichten aus der Nachbarschaft

Hier und hier wurde von Erfahrungen mit Nachbarn berichtet. Nachbarn, welch schöne Spezies. Unterhaltsam wie ein Verkehrsunfall: Total furchtbar, aber man kann manchmal nicht wegsehen.

In jungen Jahren genoss ich Entertainment durch die Nachbarn meiner Eltern. Deutsches Spießertum in seiner reinsten Form - da wurden Rasenkanten mit der Nagelschere geschnitten, Singvögel mit dem Schrotgewehr erlegt (damit sie nicht die Kirschenernte vernichten) und meine Eltern regelmäßig verklagt, wenn mal ein Ast über die Grundstücksgrenze hing. Das lässt sich alles nur mit sehr viel Ruhe und Ignoranz ertragen - ich glaube, mein Vater wäre manchmal einem Umzug auf den Mond nicht ganz abgeneigt.

Meine erste eigene Wohnung unterschied sich davon grundlegend - kein Garten, also auch kein Schrotgewehr. Das Haus war ein Altbau und ein wenig hellhörig, die Studentenfeten über mir habe ich daher meistens ziemlich gut mitbekommen. Aus meiner Küche konnte ich in die Küche des Nebenhauses sehen und habe mir morgens beim Kaffeeholen immer mit dem dortigen Bewohner zugeprostet. Im Erdgeschoss wohnte Frau M., die offensichtlich als Vorlage für Else Kling gedient haben muss. Wenn man abends nach Hause kam, war sie entweder gerade dabei, das Treppenhaus zu wischen oder ihr Schatten war deutlich hinter der Milchglas-Scheibe ihrer Wohnungstür erkennbar. Immer auf Höhe des Schlüssellochs.

Es folgte die erste gemeinsame Wohnung mit dem GöGa. In der Wohnung gegenüber ein ehemaliger Fußball-Profi im Rentenalter, der wunderbar von den frühen Jahren der Bundesliga erzählen konnte. Unter uns ein Ehepaar in unserem Alter, welches so geräuschempfindlich war, dass wir kaum in Socken durch die Wohnung schleichen konnten, ohne dass sie gegen die Zimmerdecke klopften. Ich hab' mich immer gewundert, wie die uns überhaupt hören konnten, wo doch ihre kleine Tochter immer nächtelang so laut schrie? Kurz vor unserem Auszug vollzogen sie in ihrer Wohnung mit hohem Lärmpegel die Hausgeburt ihres zweiten Kindes, zwei Wochen später beschwerten sie sich bei uns, unser Duschvorhang sei zu laut.

Hier in Bremen ist unsere Nachbarschaft irgendwie deutlich unspektakulärer. Bisher gab es weder wilde Partys, noch Beschwerden, noch Observierungen. Aber im Haus stehen gerade zwei Wohnungen leer, wer weiß, was da noch kommt!

Dienstag, 11. September 2007

6 Jahre

11. September 2001
11. September 2007

Wenn ich darüber nachdenke, dann wundere ich mich manchmal, wie sehr die Welt zum Alltag zurückgekehrt ist. Und was sich trotzdem seitdem alles verändert hat.

WTC


(Picture taken by Christian Bonanno. Thanks for letting me share.)

Mittwoch, 4. Juli 2007

Sie will.

Ich glaube, es ist schon so etwas wie eine Ehre, wenn man von einer Freundin gebeten wird, sie zum Brautkleider-Gucken zu begleiten, oder? Ich hab' es jedenfalls als eine solche empfunden.
Ich bin ja bei so was echt sentimental, am liebsten hätte ich in dem Laden auch gleich wieder Kleider anprobiert. Eines schöner als das andere, lauter hibbelige, glückliche Bräute in den Umkleidekabinen...und dann hing doch da tatsächlich sogar mein damaliges Kleid. Nach 4 Jahren immer noch im Programm - muss wohl ein beliebtes Modell sein. Ich hab' den Kauf aber auch nie bereut, ich liebe es noch genau so wie damals.
Trotz aller Euphorie habe ich es aber irgendwann tatsächlich geschafft, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren - nämlich auf meine Freundin. Die sah in jedem probierten Kleid aus wie Cinderella, ich habe also keinerlei Zweifel, dass sie eine wunderschöne Braut wird - das Glänzen in ihren Augen sprach schon beim ersten Kleid Bände. Ich wünsche mir, dass sie dieses Glänzen behält und an jedem Hochzeitstag freudestrahlend an ihren großen Tag zurückdenkt. Denn das ist das größte Geschenk - und das sage ich aus eigener Erfahrung.

Donnerstag, 31. August 2006

Jein.

Es gibt Entscheidungen, die würde man gerne abgenommen bekommen.
Oder wenigstens hätte man gerne vom Schicksal mal einen Wink mit dem Zaunpfahl.

Sonntag, 6. August 2006

Next step.

Tja, da sitze ich nun, schaue der Sonne zu wie sie durchs Fenster lustige Muster auf den Schreibtisch malt, bewundere einen langen Kondensstreifen am Horizont und frage mich, was als nächstes kommt.
Als nächstes? Ein sehr relativer Begriff. In den nächsten paar Stunden kommen vielleicht ein Spaziergang, ein Eis oder einfaches Rumfaulenzen. Am nächsten Tag, also morgen, kommt das, was nach jedem gemütlichen Sonntag kommt - ein meistens nerviger Arbeitsmontag. Nächstes Wochenende, hui, da ist man außer Haus, Polterabend in der alten Heimat, und danach ist wieder alles so wie immer und das Leben plätschert weiter vor sich hin.
Als nächstes. Nächster Schritt im Leben? Da ist eigentlich nichts geplant. Aber irgendwie fühlt es sich an, als müsste da mal langsam was kommen. Veränderungen, Neuigkeiten. Das kann doch nicht immer so weitergehen.

Sonntag, 30. Juli 2006

Festgestellt.

Die Welt ist manchmal düster und manchmal ganz schön und bunt.
Und manchmal braucht es eine Weile, bevor man erkennt, dass düstere Dinge auch später mal ganz schön und bunt werden können.
Aber dafür weiß man es vielleicht dann auch mehr zu schätzen, oder?

Donnerstag, 27. Juli 2006

Portokasse?

Es gibt im Sommer weniges, was mir besser gefällt als abends gemütlich an der Bremer Schlachte zu sitzen und die erhöhte Körpertemperatur mit einem eiskalten Cocktail herunterzukühlen. Da wird man ganz entspannt und ruhig und regt sich auch gar nicht mehr darüber auf, dass man den ganzen Tag Leute um sich hatte, die übers Wetter nölen. Gut, es ist heiß. Vielleicht auch zu heiß. Aber trotzdem so schööön!

Vielleicht hätte ich ja auch Grund zu nölen, nicht übers Wetter, Gott bewahre. Nein, eher über jemanden, der 1500 € in meiner Gegenwart als "das ist doch nun wirklich nicht viel" betitelte. Aber ich nöle nicht, sondern reflektiere lieber. Wie schnell manche Leute den Bezug zu Geld verlieren, wenn sie genug davon haben. Und dann freue ich mich, dass ich auch 10 oder 20 € noch zu schätzen weiß.

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