Freitag, 29. Februar 2008

Jetzt fühle ich mich wirklich alt.

Hach, da werden Erinnerungen wach. Da braut sich also tatsächlich was zusammen? Das hätte ich ja für mehr als unwahrscheinlich gehalten.
Nein, für mich ist das inzwischen wirklich nichts mehr, da hat sich mein Musikgeschmack nun wahrlich in andere Richtungen entwickelt.
Aber mal für 5 Minuten grinsend in Erinnerungen schwelgen, an einen Tag im Mai 1991, als ich in einer neuen Jeans-Latzhose (ein Träger geschlossen, einer offen!) und ultracoolen Converse Chucks in die Dortmunder Westfalenhalle rannte, bereit, meine Stimme kreischend Joey McIntyre zu opfern. Im Schlepptau meine beste Freundin in ähnlichem Outfit. Und - unsere Mütter, denn wir waren ja angeblich noch viieeeel zu jung, auch wenn wir das natürlich anders sahen. Tja, jetzt ist es raus - mein allererstes Konzert war das einer Boygroup, und meine Mutter war dabei. Und ich trug eine Latzhose. Ich geh mich dann mal in ein Erdloch verbuddeln.
(Aber andererseits - hey, meine Mama hat sich tatsächlich eine Eintrittskarte dafür gekauft, nur, damit ich da hingehen konnte. Respekt, heute kann ich nachfühlen, was für ein Opfer das war!)

Mittwoch, 20. Februar 2008

Zeit für den Männerkochkurs

PTA Strandkiesel: "Diese Tabletten am besten eher auf nüchternen Magen nehmen."
Kunde: "Och, ich kriege zu Hause sowieso nicht viel zu essen. Vor allem nichts Gescheites. Aber lassen Sie das meine Frau nicht hören!"

Montag, 18. Februar 2008

Muttertier

Es gibt sie tatsächlich, die Mütter, die ihre fast 18-jährigen Söhne wie Kleinkinder behandeln. Inklusive "Waddehaddeduddeda"-Fistelstimme. Egal, dass Sohnemann sie um einen Kopf überragt. Egal auch, dass Sohnemann offensichtlich mehr als peinlich berührt war. Heute selbst beobachtet und großes Mitleid empfunden.
Mich hat meine Mutter ja in dem Alter auch ziemlich genervt manchmal (beruhte aber sicherlich auf Gegenseitigkeit...) - aber jetzt weiß ich, es hätte schlimmer kommen können. Gruselig.

Dienstag, 12. Februar 2008

Erste Hilfe

Nach Absolvieren eines zweitägigen Erste-Hilfe-Kurses dürfen meine Kollegin und ich uns seit heute "Ersthelfer im Betrieb" schimpfen. Wer also bitte in Zukunft umfassend wiederbelebt werden möchte, wendet sich bitte vertrauensvoll an mich.

Fast noch interessanter als die Ausbildung an sich war allerdings die Beobachtung weiterer Lehrgangsteilnehmer. In freier Wildbahn sozusagen.
Auf der einen Seite die besserwisserische Feministenfront, die auf jede, aber auch jede Information des Ausbilders mit "Ich würde das aber so machen" kontert (wobei "so" nicht internationalen Rettungsstandards entspricht), auf der anderen der lustige Mann von der Baustelle, der jede mögliche Verletzung mit "Ich hatte auch schon mal...(hier bitte alle vorstellbaren Unfallszenarien einfügen)" kommentiert. Sehr unterhaltsam auch die Altenpflegerin, die von 16 Stunden fast 3 blaumachte, Herzmassage und Druckverbände inklusive und sich sowieso mehr für fehlenden Kaffee interessierte. Oder der junge Mann, der einfach immer alle besprochenen Notfälle kombinieren wollte - ich sage nur, unterkühlter, vergifteter Motoradfahrer mit Rückgratverletzung. Könnte natürlich auch noch 'ne Blinddarmentzündung haben, also Obacht!
Für alle medizinischen Eventualitäten gerüstet und gleichzeitig geschult im Umgang mit Dumpfbacken Nervensägen unterschiedlichen Mitmenschen. Mehr kann man von so einem Kurs dann echt nicht mehr verlangen!

Montag, 11. Februar 2008

Dröhn

Die perfekte Uhrzeit für Dauereinsatz einer Schlagbohrmaschine: Montag Abend, ab 21:02 Uhr.
Findet jedenfalls unser Nachbar.

Samstag, 2. Februar 2008

Schnack zum Wochenende

Neuester Trick: wenn ich nächstes Mal gutes Wetter will, lasse ich meine schneebegeisterte Kollegin wieder für weiße Pracht beten. Kein Flöckchen weit und breit, dafür strahlender Sonnenschein! Ihr Draht zu Petrus ist offensichtlich eine instabile Telekom-Leitung.
Letzte Woche habe ich mir einen Traum verwirklicht und endlich eine neue Kamera angeschafft. Komme mir allerdings noch reichlich unzulänglich vor, denn der Umstieg von der Allerwelts-Ixus auf so ein (für mich jedenfalls) wundervolles Luxusteil ist dann doch nicht so leicht. Na ja, ich wollte ja ein neues Hobby, jetzt habe ich eines - Photographieren lernen und später dann eben vielleicht mal Photographieren.
Urlaub haben wir auch gebucht, jetzt kann ich also wieder zählen, erst Wochen (noch 8), dann Tage (noch viele...). Fühle mich sehr urlaubsreif. So manchem Kunden hätte ich die "Apotheken-U.mschau" heute am liebsten mal mit Schmackes hinterher geworfen, aber nein, ich bin ja engelsgleich und verkneife mir solche Boshaftigkeiten. Und den Einsteiger-Kurs "Voodoo-Puppen für Krankenkassen-Mitarbeiter bauen" belege ich erst nächste Woche.
Der Apotheken-Fahrradbote wirkte auch etwas genervt. Eine Kundin wollte ihm partout eine TK-Pizza als Trinkgeld aufdrücken. Vielleicht sollte er für solche Geschichten ein eigenes Blog aufmachen?

Sonntag, 27. Januar 2008

Geschichten aus der Nachbarschaft

Hier und hier wurde von Erfahrungen mit Nachbarn berichtet. Nachbarn, welch schöne Spezies. Unterhaltsam wie ein Verkehrsunfall: Total furchtbar, aber man kann manchmal nicht wegsehen.

In jungen Jahren genoss ich Entertainment durch die Nachbarn meiner Eltern. Deutsches Spießertum in seiner reinsten Form - da wurden Rasenkanten mit der Nagelschere geschnitten, Singvögel mit dem Schrotgewehr erlegt (damit sie nicht die Kirschenernte vernichten) und meine Eltern regelmäßig verklagt, wenn mal ein Ast über die Grundstücksgrenze hing. Das lässt sich alles nur mit sehr viel Ruhe und Ignoranz ertragen - ich glaube, mein Vater wäre manchmal einem Umzug auf den Mond nicht ganz abgeneigt.

Meine erste eigene Wohnung unterschied sich davon grundlegend - kein Garten, also auch kein Schrotgewehr. Das Haus war ein Altbau und ein wenig hellhörig, die Studentenfeten über mir habe ich daher meistens ziemlich gut mitbekommen. Aus meiner Küche konnte ich in die Küche des Nebenhauses sehen und habe mir morgens beim Kaffeeholen immer mit dem dortigen Bewohner zugeprostet. Im Erdgeschoss wohnte Frau M., die offensichtlich als Vorlage für Else Kling gedient haben muss. Wenn man abends nach Hause kam, war sie entweder gerade dabei, das Treppenhaus zu wischen oder ihr Schatten war deutlich hinter der Milchglas-Scheibe ihrer Wohnungstür erkennbar. Immer auf Höhe des Schlüssellochs.

Es folgte die erste gemeinsame Wohnung mit dem GöGa. In der Wohnung gegenüber ein ehemaliger Fußball-Profi im Rentenalter, der wunderbar von den frühen Jahren der Bundesliga erzählen konnte. Unter uns ein Ehepaar in unserem Alter, welches so geräuschempfindlich war, dass wir kaum in Socken durch die Wohnung schleichen konnten, ohne dass sie gegen die Zimmerdecke klopften. Ich hab' mich immer gewundert, wie die uns überhaupt hören konnten, wo doch ihre kleine Tochter immer nächtelang so laut schrie? Kurz vor unserem Auszug vollzogen sie in ihrer Wohnung mit hohem Lärmpegel die Hausgeburt ihres zweiten Kindes, zwei Wochen später beschwerten sie sich bei uns, unser Duschvorhang sei zu laut.

Hier in Bremen ist unsere Nachbarschaft irgendwie deutlich unspektakulärer. Bisher gab es weder wilde Partys, noch Beschwerden, noch Observierungen. Aber im Haus stehen gerade zwei Wohnungen leer, wer weiß, was da noch kommt!

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